Komplementärmedizin

 

Komplementärmedizinische Verfahren haben das Ziel, den Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Das kann bei neu aufgetretenen, harmlosen Störungen wie z.B. einem grippalen Infekt mit Vitaminen, pflanzlichen oder homöopathischen Mitteln schnell und leicht gelingen. Der Organismus wird in seiner Genesung unterstützt, das Abwehrsystem muss aber selber arbeiten. Daher geht der Mensch aus einer solchen Konfrontation gestärkt hervor.  

Wenn ein chronisches gesundheitliches Problem vorliegt, wird es schwieriger. Hier liegen viele "Altlasten" vor, etwa duch die Lebensweise, Belastungen aus der Umwelt, zurückliegende Krankheiten, die nicht völlig ausgeheilt sind, und vieles andere mehr. Dann muss versucht werden, durch Ausleiten von Giftstoffen, Ausschalten von Störfeldern, Anregen des Immunsystems und der körpereigenen Enzymsysteme sowie Umstimmen des vegetativen Nervensystems den Patienten in eine bessere Reaktionslage zu bringen, damit das anfangs angeführte Selbstheilungsprinzip wieder funktionieren kann.  

Mit z.B. Neuraltherapie, Homöopathie, Eigenbluttherapie, Phytotherapie und orthomolekularer Medizin kann bei vielen chronischen Krankheiten eine deutliche Verbesserung oder manchmal sogar Heilung erzielt werden. Zu den Krankheitsbildern, bei denen komplementäre Methoden helfen können, zählen Neurodermitis, Allergien, Infektanfälligkeit, chronische Entzündungen, Darmprobleme, Beschwerden des Bewegungsapparates ("Rheuma"), hormonelle Fehlregulationen, Wechselbeschwerden uvm.

 

Schulmedizin und Naturheilkunde können und sollen einander ergänzen. Wichtig ist, die Vorteile, aber auch die Grenzen der jeweiligen Methode zu kennen. Weder ist es sinnvoll, eine akute Nierenbeckenentzündung rein pflanzlich zu behandeln, noch eine einfache Erkältung mit Antibiotika zu therapieren!

 

Neuraltherapie:

Die Neuraltherapie ist (unter anderem) eine äußert schnell wirksame und hoch effektive Schmerztherapie. Bei Verspannungen, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und dergleichen ist sie die Therapie der ersten Wahl, und sie kann auch in der Schwangerschaft angewandt werden.  

Weiters ist sie eine Form der Regulationstherapie. Chronisch belastende übergeordnete Faktoren werden ausgeschaltet, und das autonome Nervensystem wird durch die pharmakologischen Eigenschaften des Medikamentes harmonisiert. Zur Anwendung kommen Lokalanästhetika (z.B. Xylocain). Dies sind Medikamente, die auch zur lokalen Betäubung z.B. bei kleinen chirurgischen Eingriffen (Zahnextraktion, Naht kleiner Wunden, etc.) und bei "normalen" Infiltrationen verwendet werden.

Das Lokalanästhetikum wird in kleinen Mengen an verschiedenen Stellen des Körpers mit einer dünnen Nadel eingespritzt.

Im Gegensatz zur Lokalanästhesie, deren Wirkung nach Abbau oder Abtransport des Anästhetikums endet, hält der neuraltherapeutische Effekt wesentlich länger an und ist auch nicht an die Menge der Substanz gebunden. Der Erfolg einer gekonnten Neuraltherapie hängt nicht von der Dosis, sondern nur von der Lokalisation der Applikation ab.

Orthomolekulare Therapie:

Das Hauptaugenmerk in der Orthomolekularen Medizin liegt auf der Zufuhr von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, also von Mikronährstoffen. Der Mensch verzehrt erst seit etwa zwei Generationen hochgradig verarbeitete Lebensmittel. Er hat zwar immer noch den gleichen Bedarf an Mikronährstoffen wie früher, die Zufuhr entspricht aber bei weitem nicht mehr den Mengen, die seine Vorfahren dem Körper zuführten.

Die Empfehlungen, was die aufzunehmenden Mengen an Mikronährstoffen betrifft, richten sich üblicherweise nach der Menge, die benötigt wird, um Mangelerkrankungen (z.B. Skorbut) zu vermeiden. Auch die ÖGE (Österreichische Gesellschaft für Ernährung) hat ihre Mengenempfehlungen daraus abgeleitet. Es ist aber nicht sinnvoll, nur den Mindestbedarf zu decken - um optimal funktionieren zu können, braucht der Körper oft ein Vielfaches dieser Menge!

Vitamine und andere körpereigene Stoffe werden wie Medikamente mit definierten Wirkungen eingesetzt, z.B. Vitamin D und Calcium zur Vorbeugung und Behandlung der Osteoporose, was allseits bekannt ist und praktiziert wird.

Phytotherapie:

Als Phytotherapie wird die Behandlung von Krankheiten bzw. krankhaften Zuständen mit Arzneimitteln pflanzlicher Herkunft bezeichnet. Dabei wird nach medizinisch-naturwissenschaftlichen Grundsätzen vorgegangen.